Wir wußten, dass die Kammerwahlen im ersten Quartal 2017 bevorstünden, doch wir wußten bis vor Kurzem noch nicht genau, wann, und wir warteten gleichermaßen auf die Bekanntgabe des Termines wie auch von Fristen und Durchführungsbestimmungen.
Diese Dinge wurden trotz Anfragen unsererseits, die wir bereits in der Vorweihnachtszeit getätigt hatten, erst nach den Weihnachtsfeiertagen und mit den kürzest möglichen Fristen bekanntgegeben.
Natürlich drängt sich dabei der Verdacht auf, dass die Mehrheitsfraktion in der Kammer der Opposition damit möglichst wenig Gelegenheit geben wollte, sich für die Wahlen zu organisieren, Wahllisten zu erstellen und die eigenen Kollegen zu motivieren.
Aber es könnte ja auch nur auf Planlosigkeit von seiten der Mehrheitsfraktion zurückzuführen sein. Ein Schelm, wer etwas Böses dabei denkt!?
Bei der Acquirierung von Kollegen als Kandidaten auf den Wahllisten tauchte – neben der bekannten Verdrossenheit gegenüber (standes-)politischen Belangen – neuerlich ein Gespenst auf, das schon seit vielen Wahlen immer wieder zu Wahlzeiten durch das Land geistert: Kollegen haben Angst, sich von einer politischen Gruppe als Kandidaten aufstellen zu lassen, weil sie Sorge haben, damit zwischen die Fronten zu geraten und von Kollegen der anderen Fraktion im Berufsleben geschnitten zu werden, z. B. durch den Entzug von Zuweisungen oder den Nichterhalt eines angestrebten Kassenvertrages.
Umso bemerkenswerter ist es, dass es unserer Liste gelungen ist, eine Reihe bekannter und fähiger Kollegen für die Kandidatur zu gewinnen und die Wahllisten mit vielen bekannten Namen aus allen Regionen des Landes zu füllen.
Diese Kolleginnen und Kollegen kandidieren nicht etwa deshalb auf unserer Liste, weil sie glauben, dass es für sie mit irgendwelchen Vorteilen verbunden sei. Sie fühlen sich der gesamten Ärzteschaft verbunden und kommen ihrem inneren Gefühl nach, sich für die Kollegenschaft einzubringen.